Auf geht‘s gemeinsam für ein modernes Deutschland und eine gute Zukunft für uns alle — das Programm einer Volkspartei eben. Nicht Klientelpolitik. Nicht Verbotspolitik.

Grafik: Gemeinsam für ein modernes Deutschland
Text …
Dr. Ulrich Strempel, Fraktionsvorsitzender

Das Bauernhof-Ensemble am Dorfteich, …
ist es noch zu retten? Eine durchaus doppeldeutige Frage an dieser Stelle. Zum einen kann sie sich auf den zunehmend besorgniserregenden Zustand des Gebäudeensembles selbst beziehen. Jedem, der dieses in unserem Ort seltenen historischen Gemäuer wertschätzt, blutet bei seinem derzeitigen Anblick das Herz. Renovierung tut dringend Not. Zum anderen kann es sich auf die Zukunftsaussichten des Renovierungsprojekts eines Investors beziehen, verbunden mit dem Bau von Wohnungen auf den anliegenden Grundstücken, das derzeit die Kommunalpolitik beschäftigt. Gemeinsam können sie eine wesentliche Aufwertung des Dorfkerns bedeuten.

Nach der recht turbulent endenden Sondersitzung des Umwelt- und Planungsausschusses scheinen Ausschuss und Investor wieder weiter auseinander. Das ist bedauerlich, denn Projektplaner und Gemeindevertreter schienen sich in den letzten Beratungen in vielen Punkten entgegenzukommen; unüberbrückbar schien die Distanz jedenfalls nicht. Umso bedauerlicher, dass die Ausschussmehrheit ihre in der März-Sitzung vorgezeichnete eigene Road-Map, Sondersitzung im April, dann im Mai Entscheidung in der GVT, nicht mehr zu gehen bereit war.
Emotionen schlugen hoch, vielleicht aber auch ein (gutes) Zeichen, wie wichtig beiden Seiten dieses Projekt ist. Der Investor (jeder übrigens, der dieses Projekt angeht, in diesem Fall bereits der dritte) erwartet gewisse Zugeständnisse von der Gemeinde, beim B-Plan wir hinsichtlich Größe der Baukörper und der bebauten Fläche.

Die Chance, hier Übereinstimmung zu schaffen, sollte ein weiterer Anlauf in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses bringen. Hoffentlich ohne die Emotionen, die einer sachlichen Lösung im Wege stehen köönten. Dann ist es an der GVT zu entscheiden. Denn entschieden werden sollte schnell: im Interesse des Bauernhofs; im Interesse Glienickes; im Interesse qualitativen Wohnraums.

Foto: Blick auf B96 von Glienicke /Nordbahn nach Hohen-Neuendorf
Ein Radweg neben der B96 nach Hohen-Neuendorf wäre wünschenswert (Foto: CDIU Glienicke)

Das interkommunale Verkehrskonzept …
nimmt nicht zuletzt mit dem nächsten Bürgerworkshop weiter Fahrt auf. Unsere Nachbartgemeinden und wir sind typische Pendlergemeinden. Ziel des interkommunalen Verkehrskonzepts muss aus unserer Sicht sein, den optimalen Mix für die Verkehrsbedürfnisse der Menschen in unseren Orten zu erarbeiten. Das heißt, es kann nicht vorrangig um einen Verkehrsträger gehen. ÖPNV, Autos, Radler, Fußgänger oder eine Kombination davon (P & R) – wir müssen das gedeihliche Miteinander finden. Das mag auch mal ein Nebeneinander bedeuten; Verkehrsexperten sehen für Radfahrer im städtischen Raum den größten Sicherheitsgewinn in der Trennung vom Autoverkehr.

Dabei wird es wichtig sein, unideologisch und sachgerecht vorzugehen. Corona zum Beispiel hat in vielerlei Hinsicht unser Leben beeinflusst, Gewohnheiten verändert oder verschoben. Und das Umfragen zufolge gerade im Verkehrsbereich wohl längerfristig. 100 Prozent Homeoffice wird es auch für die nicht geben, die jetzt dazu angehalten sind. Für Berufs- und Schulpendler aber haben das Auto und das (Elektro-)Fahrrad enorm an Bedeutung (zurück-)gewonnen. Individuelle Mobilität, ohnehin der eineiige Zwilling der Freiheit, ist also noch wichtiger als vor der Pandemie. Auch wer aus Klimaschutzgründen auf ein Elektroauto umgestiegen ist, braucht Straßen- und Parkraum wie die Verbrenner. Gleichzeitig brauchen wir attraktive Radstrecken nicht nur zu den S-Bahnhöfen, sondern auch beispielsweise den Ausbau des Radwegs entlang der B96 durch den Frohnauer Forst nach Hohen-Neuendorf. Und wir dürfen nicht in unserem Bemühen nachlassen, den ÖPNV attraktiv genug zu machen, dass der eine oder andere (wieder) auf ihn umsteigt auf dem Weg zur Schule oder zum Arbeitsplatz.

Hier sind innovative Ideen gefragt, manchmal auch nur die Umsetzung von Altbekanntem. Verkehrspolitik hatte stets und behält für unsere Fraktion einen hohen Stellenwert. Die Taktverdichtung des Buses nach Hermsdorf, die Einführung des Kiezbusses nach Frohnau, die Errichtung einer öffentlichen Strom-Ladesäule für E-Mobile auf dem Parkplatz vor der Dreifeldhalle – das sind drei der wegweisenden verkehrspolitischen Initiativen aus unserer Fraktion. Alle durchgesetzt gegen ursprünglich teils erbitterten Widerstand aus anderen Gruppierungen.
Kurzum: Verkehrspolitik wird in der nächsten Zeit einen Schwerpunkt Glienickes Kommunalpolitik darstellen – wir freuen uns darüber und darauf.

Dr. Ulrich Strempel, Fraktionsvorsitzender