„Berlin brennt“ – mit dieser spektakulären Protestaktion macht derzeit in Berlin die Feuerwehr öffentlichkeits- und medienwirksam auf diverse Missstände aufmerksam. Auch wenn es sich dort um eine Berufswehr handelt, ist die Aktion doch symptomatisch auch für den Zustand freiwilliger Wehren. Denn praktisch im gesamten Bundesgebiet klagen die Freiwilligen Feuerwehren über Nachwuchsmangel und Mitgliederschwund.

Gute Infrastruktur

Das betrifft zunehmend auch Glienicke/Nordbahn und zeigte sich beispielhaft bei einem Feuer am 22. Januar 2018 an der B 96. Wäre der Alarm zehn Minuten später gegeben worden, wären drei von vier Atemschutzgeräteträgern nicht mehr im Ort gewesen. Löscharbeiten hätten dann nur von außen stattfinden können, zumindest bis zum Eintreffen von Nachbarwehren. Ohnehin waren an diesem Einsatz neben insgesamt neun Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Glienicke nach etwa 20 Minuten elf Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schildow beteiligt. Ihnen an dieser Stelle dafür Dank!

Denn aufgrund von Berufstätigkeit außerhalb Glienickes ist die Einsatzverfügbarkeit der Kameradinnen und Kameraden unserer Wehr an Werktagen zwischen 07:30 Uhr und 17:00 Uhr sehr eingeschränkt. Notwendig wären daher mehr Aktive, die ihrer Berufstätigkeit im Ort oder ortsnah nachgehen und daher auch tagsüber kurzfristig verfügbar wären. Ob Fahrzeuge oder die Erweiterung der Feuerwache -- Glienicke hat die strukturellen Bedingungen für die Freiwillige Feuerwehr wesentlich attraktiver gestaltet. Nun gilt es, die Personalstärke zu verbessern. Das ist auch eine der Schlussfolgerungen, um nicht zu sagen Forderungen, aus dem Gefahrenabwehrbedarfsplan.

Aufruf zum Engagement in der Feuerwehr

In seiner Rede zum Jahresempfang der Gemeinde hat GVT-Vorsitzender Martin Beyer die großartige Bereitschaft der Glienickerinnen und Glienicker hervorgehoben, sich ehrenamtlich zu engagieren – vom Baumschutz bis zur Willkommensinitiative für Flüchtlinge. Nur in einem Bereich, so Beyer, wünsche er sich mehr Aktive: eben in der Feuerwehr, dem nobelsten Ehrenamt von allen. Wir möchten seinen Aufruf, eine Mitarbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr in Betracht zu ziehen, hier ausdrücklich aufgreifen.

Vor diesem Hintergrund engagiert sich unsere Fraktion in besonderem Maße für die Feuerwehr. So befürworten wir bei Stellenausschreibungen der Gemeindeverwaltung wo immer möglich personalrechtlich unbedenkliche Hinweise, dass ein Engagement in der Freiwilligen Feuerwehr zwar keine Einstellungsvoraussetzung, aber wünschenswert ist. Jede Überlegung, Anreize zu schaffen, begrüßen wir und haben dazu eine Anfrage in der GVT gestellt. Dabei ist erfreulich, dass die Feuerwehr selbst im Kurier oder im Netz verstärkt Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Auch die sehr aktive Jugendarbeit gehört hierzu. Steter Tropfen…

Dr. Ulrich Strempel und Andreas Boe