Auf geht‘s gemeinsam für ein modernes Deutschland und eine gute Zukunft für uns alle — das Programm einer Volkspartei eben. Nicht Klientelpolitik. Nicht Verbotspolitik.

Grafik: Gemeinsam für ein modernes Deutschland
Titelbeitrag
Foto: Brücke nach Schildow am Ende der Karl-Liebknecht-Straße
Demnächst zu erneuern: die Brücke nach Schildow am Ende der Karl-Liebknecht-Straße (Foto: CDU Glienicke)

Soll niemand sagen, er hätte nichts gewusst und wäre überrascht. Aber kommendes Jahr wird die baufällige Brücke über das Fließ am Ortsaus- beziehungsweise Eingang auf der Karl-Liebknecht-Straße saniert. Aufgrund des schwierigen Geländes ist mit einer längeren Bauzeit zu rechnen, in der die alte Brücke abgetragen und die neue errichtet wird. Somit stellt sich die Frage: Wohin mit dem Straßenverkehr bis zur Fertigstellung der neuen Brücke? Noch ist das nicht endgültig geklärt, aber die möglichen Umleitungen sind sehr lang. Vergessen wir zudem nicht. Es träfe nicht nur Pendler die durch Glienicke/Nordbahn Richtung B96 fahren; auch Glienicker Richtung Mühlenbecker Land und Pankow wären betroffen.

Für Fußgänger und Radler ist eine Behelfsbrücke geplant. Was aber ist mit dem ÖPNV, den Lkw, Pkw und Krafträdern? Die sich anbietende Parallelstrecke über die Alte Schildower Straße ist zwar verführerisch kurz. Aber sie wäre nur bedingt als Ausweichmöglichkeit geeignet, besonders für Omnibusse und Lastwagen nicht. Einmal ganz abgesehen von der insgesamt zusätzlichen Verkehrsbelastung für die Anwohner dieses an sich ruhigen Wohnviertels.

Freilich, machen wir uns nichts vor: Ist eine Umleitung zu ungünstig, der Umweg zu lang, wird man trotzdem diesen „Schleichweg“ nutzen. Wer sich nun eventuell mehr oder weniger heimlich freut, den „bösen“ Autofahrern so eins auszuwischen, sollte bedenken: Lange Umwege bedeuten längere Fahrtstrecken, bedeuten mehr Abgase als nötig. Verlierer wären also nicht nur die Berufspendler wegen der verlängerten Fahrtzeiten.

Kommunaler Trialog zum Wohle vieler Menschen

Solche Boshaftigkeit unterstellen wir dem Landkreis nicht. Er hat durchaus nachvollziehbare Gründe, weshalb er bisher von der Idee einer auch von motorisierten Fahrzeugen, zumindest Pkw und Krädern befahrbaren Behelfsbrücke Abstand genommen hat. Diese wäre in der Tat aufgrund von Topographie und Bodenbeschaffenheit sehr aufwändig, insbesondere die Verankerung im Boden. Die Brücke lässt sich auch nicht hälftig konsekutiv erneuern. Das alles würde sehr hohe zusätzliche Kosten bedeuten.

Gerade wegen der schwierigen Bedingungen könnte sich der Neubau eventuell länger als ohnehin schon prognostiziert hinziehen. Und ja, es ist eine Kreisstraße, die Zuständigkeit liegt in Oranienburg. Dennoch appellieren wir an alle involvierten Körperschaften, also Kreis und Gemeinden (Plural, denn auch Mühlenbecker Land muss ein Interesse daran haben, den Verkehrsfluss zwischen B96a und B96 aufrecht zu erhalten) gemeinsam zu beraten.
Wie wäre es mit einem kommunalen Trialog, um alle Möglichkeiten für eine Behelfsbrücke abzuklopfen, einschließlich und insbesondere finanzieller Lastenteilung? Verwegene Frage vielleicht aber mit bürgerfreundlichem Lösungsansatz. Denn das Fließ auch während der Bauphase an der üblichen Stelle überqueren zu können käme sehr vielen Menschen entgegen – Glienickern, Mühlenbeckern, anderen Oberhavelern wie Berlinern.

Dr. Ulrich Strempel