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Stefanie Liesig (Sachkundige Einwohnerin)

Kinder sind etwas Großartiges. Aber dass Kinder Geld kosten, ist auch allgemein bekannt. Allein für die Erstausstattung kann man gut und gern ein halbes Vermögen ausgeben. Doch die wirkliche Belastung kommt erst, wenn die Kinder in eine Kinderbetreuungseinrichtung kommen, damit Mama und Papa wieder arbeiten gehen können. Viele Eltern stehen nun erstmals vor der Herausforderung, ihr Familieneinkommen umzuverteilen, um für die anfallenden Kitagebühren aufkommen zu können. Denn in der Regel ist es leider so, dass sich die Geburt eines Kindes nicht positiv auf das Gehalt der Eltern auswirkt. Es kommt sogar ein neuer, nicht gerade unerheblicher Posten dazu. Nun könnte man sagen: „Eltern bekommen doch Kindergeld.“ Das ist richtig. Jedoch deckt es vielfach nicht einmal ansatzweise die Elternbeiträge ab. Und ein Kind benötigt darüber hinaus ja auch noch die eine oder andere Kleinigkeit zum Leben.

Für finanzierbare Beiträge

Die Bürgerinitiative für beitragsfreie Kita und Krippenplätze in Deutschland gibt ein hohes Ziel vor: kostenlose Kinderbetreuung. Ein Ziel, welches für alle Eltern in Deutschland sicher erstrebenswert ist, jedoch eher auf Bundesebene gerade im Hinblick auf den demographischen Wandel zu einer Neuausrichtung führen muss. Für uns hier in Glienicke zählt, dass die Ansätze finanzierbar bleiben. Denn auch, wenn wir Eltern ein paar Straßen weiter in Berlin mit seiner Beitragsfreiheit das Paradies zu erkennen glauben, kann es nicht Ziel sein, uns als Gemeinde zu verschulden oder auf jegliche sonstige Vorhaben und Projekte zu verzichten. Ein Mittelweg muss her. Bei den Elternbeiträgen soll es eine Entlastung geben, da sind sich die GVT-Fraktionen einig.

Seit der letzten Anpassung der Entgelttabelle sind die verfügbaren Einkommen zwar gestiegen (was zu einem Höherrutschen in der Tabelle führt). Jedoch haben die Einkommenssteigerungen in der Regel nur den inflationsbedingten Kaufkraftverlust ausgeglichen. Das führt dazu, dass sich mit der Zeit Eltern in den oberen Einkommensstufen wiederfinden, obwohl sie keineswegs zu den Topverdienern unserer Gemeinde gehören. Deshalb hat die Fraktion CDU/Freie Demokraten vorgeschlagen, die Entgelttabelle, aus der sich die Elternbeiträge berechnen, dem aktuellen Verbraucherpreisindex anzupassen.
In Gesprächen mit Eltern höre ich oft heraus, dass sich viele Familien weitere Kinder wünschen, sich diese jedoch insbesondere, wenn das erste Kind noch kleiner ist, gar nicht leisten können. Denn das würde bedeuten, dass die Elternbeiträge nicht nur für ein Kind, sondern für zwei oder drei gleichzeitig zu entrichten sind. Da hilft auch keine Rabattierung für Geschwister, die Kosten für die Betreuung verdoppeln oder verdreifachen sich in diesen Fällen.

Flagge zeigen

Daher ist die Fraktion CDU/Freie Demokraten dafür, bei der Gebührenberechnung nicht nur die absolute Zahl der Kinder, sondern auch die individuelle finanzielle Belastung durch mehrere Kinder, die gleichzeitig eine Kita oder den Hort besuchen, zu berücksichtigen. Denn für Familien ist es Unterschied, ob das erste Kind nicht mehr in den Hort oder zur Kita/Tagesmutter geht und daher nur einmal der Elternbeitrag aufzubringen ist, nämlich für das zweite Kind, oder ob eine Familie zwei oder drei kleine Kinder in Kita und Hort hat und somit dreimal Elternbeiträge aufbringen muss. Hier muss es aus sozialen Gesichtspunkten eine Unterscheidung geben. Auch aufgrund der teils hohen Mietkosten im Ort werden Kinder für einige glienicker Familien sonst tatsächlich zum Luxusgut.

In der Sitzung des Sozialausschusses am 2. Juni findet die nächste Diskussion über die Änderung der Kitagebühren statt. Sie als betroffene Eltern sind herzlich eingeladen, an der Sitzung teilzunehmen – zeigen Sie Flagge!

Stefanie Liesig (Sachkundige Einwohnerin)